Dichterlesung von Makoto Takayanagi

Am 15.5.2000 erreichte das Ehepaar Takayanagi um 12:27 Uhr den Würzburger Hauptbahnhof. Es war, wie schon im März Prof. Toda, im Hotel Stadt Mainz untergebracht, dessen Gaststube sehr wirkungsvoll mit einem riesigen hölzernen Hirschkopf und etlichen Bildern Ludwigs II. ausstaffiert ist.
Um 17 Uhr desselben Tages trafen sich Takayanagis mit Bernd Kreußer, der die deutsche Übersetzung der Gedichte lesen sollte, zu einer Vorbesprechung. Akiko Kinoshita war so nett zu dolmetschen, so daß man sich über den genauen Anlauf, die Gedichte und die Stimmung beim Vortragen einigen konnte.
Am Abend des 16.5. war es dann endlich so weit. Die Dichterlesung war für 20 Uhr im Plastischen Theater Hobbit in der Münzstraße angesetzt, das mit seiner kleinen Bühne mit den dunkelblauen Vorhängen und der sparsamen, gekonnt eingesetzten Dekoration einen schönen Rahmen bildete. Fräulein Kinoshita hatte sich wieder bereit erklärt zu übersetzen, so daß Prof. Takayanagi auch etwas über sich und sein Werk berichten konnte und alle es verstanden.
Prof. Takayanagi und Herr Kreußer trugen die Gedichte abwechselnd auf Japanisch und Deutsch bzw. umgekehrt vor, so daß man einen direkten Vergleich zwischen dem Original auf Japanisch und der deutschen Übersetzung anstellen konnte. Sehr interessant, weil selbst für absolute Laien der japanischen Sprache nachvollziehbar, war die lautmalerische Beschreibung der Regentropfen in dem Gedicht Der singende Baum (utau ki), die später zu einer angeregten Diskussion über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten nicht nur dieser beiden Sprachen führte.
Spontanen Beifall bekamen die beiden Vortragenden für das Gedicht Monolog (dokuhaku), das den Monolog eines uralten Baumes wiedergibt. Besonders die lebendige Vortragsweise faszinierte die Zuhörer in beiden Sprachen.
Nach dieser überaus gelungenen Lesung kamen alle Anwesenden noch zu einer gemütlichen Runde im Bürgerspital zusammen und ließen den Abend stimmungsvoll ausklingen.

Übrigens werden Makoto Takayanagis Gedichte in den Heften für ostasiatische Literatur erscheinen.

Am 16.5. las er aus den Gedichtzyklen Portrait einer Stadt und Bäumische Welt:

“toshi no shohzoh“ yori (1988)

aus: “Portrait einer Stadt“ (1988)

“shichohsha“

“Rathaus“

“shokubutsuyen“

“Botanischer Garten“

“toshokan“

“Bücherei“

“eigakan“

“Kino“

“minato“

“Hafen“


“juteki sekai“ yori (1992)

aus: “Bäumische Welt“ (1992)

“koukei“

“Szene“

“meiro“

“Labyrinth“

“utau ki“

“Der singende Baum“

“(sono koe ha iu)“

“(Diese Stimme sagt)“

“sugi no tsuki“

“Der Monat der Zedern“

“dokuhaku“

“Monolog“

“(nemuru hito no nemuri ha)“

“(Der Schlaf des schlafenden Menschen ist)“

“tori / ki“

“Vogel / Baum“



Ein Wermutstropfen an diesem Abend war lediglich die geringe Besucherzahl. Zwar war durch Aushänge und Faltblätter auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht worden, jedoch hatte das gesamte Publikum in irgendeiner Weise mit dem Verein und seinen Mitgliedern zu tun. Für unsere nächste Veranstaltung sollten wir uns also noch “aggressivere“ Werbestrategien überlegen.

Tora von Collani

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Akiko Kinoshita, Makoto Takayanagi, Bernd Kreußer Akiko Kinoshita, Makoto Takayanagi, Bernd Kreußer, Elart von Collani
Elart von Collani, Makoto Takayanagi, Bernd Kreußer Makoto Takayanagi, Bernd Kreußer
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