Im April wohnte ich in dem kleinen Dorf Zeilitzheim, das nicht sehr weit von Würzburg entfernt ist.
Das Schloß von Zeilitzheim gehört der deutschen Familie von Halem, die im Schloß ein Hotel betreibt und seit etwa 15 Jahren ein Programm für ausländische Studenten anbietet.
Die Studenten können auf dem Schloß wohnen und arbeiten dafür zusammen mit den deutschen Angestellten.
Auf dem Schloß wohnen auch zwei Katzen und ein Hund.
Der Hund heißt Akbar und ist achtzehn Jahre alt.
Er fühlt sich wie ein König, aber eigentlich dienen alle im Schloß den zwei Katzen.
Ich bin die zweite Japanerin, die am Programm teilgenommen hat.
Die erste heißt Yumi, weswegen mich die Leute oft Yumi gerufen haben.
Anfangs klagte ich jedes Mal, Ich bin nicht Yumi, aber trotzdem ging es bis zum Ende meines Aufenthalts so weiter.
Das macht jedoch nichts.
Als eine Angestellte einmal japanische Touristen sah, sagte sie, Schau mal, so viele Yumis!, und der Sohn des Hauses, Alexander, sagte mir:
Sei nicht böse! Das ist doch nicht so schlimm. Meine Mutter ruft mich manchmal 'Akbar'. Das ist schlimm.
Also füge ich mich in mein Schicksal.
Ich muß es akzeptieren, manchmal Yumi zu sein.
In Zeilitzheim habe ich etwas sehr Schönes kennengelernt.
Es ist nicht einfach, das Dorfleben im Ausland erleben zu dürfen.
Auf dem Dorf läuft die Zeit langsamer als in der Stadt, und ich traf viel mehr Tiere als Menschen.
In Japan vergeht die Zeit sehr schnell.
Als ich nach Deutschland kam, merkte ich, daß ein Tag wiklich 24 Stunden hat.
In Zeilitzheim kam es mir so vor, als habe ein Tag 30 Stunden.
Zurück in Würzburg vermisse ich die Menschen und die Landschaft, die ich in Zeilitzheim kennengelernt habe, sehr.
Ich möchte unbedingt das Dorf bald wieder besuchen.